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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Jupiter und die Zwillinge

Gestern Abend war nach langer Zeit mal wieder klarer Himmel und beste Sicht auf die winterlichen Sternbilder. Eindrucksvoll stand Orion im Süden. Im Fernglas war deutlich der große Orionnebel zu sehen. Auch die Plejaden und die Hyaden im Stier waren schön zu erkennen. Sirius entfaltete seine volle Strahlkraft ein wenig oberhalb des Horizonts.

Der Mond zeigte sich in halber Pracht, wodurch die Krater vor allem auf der südlichen Hälfte gut zur Geltung kamen. Jedoch wird er langsam zu hell, um ihn längere Zeit ohne Filter zu beobachten. Aber es ist ja bald Weihnachten...

Das Highlight des Abends war jedoch Jupiter, der sich derzeit in den Zwillingen befindet. Neben dem leuchtenden Trio Jupiter, Castor und Pollux waren alle vier galileischen Monde zu sehen, die sich wie an einer Schnur gezogen Richtung nördlichen Horizont neigten. Ein wunderbarer Anblick, der Lust auf mehr macht! Heute morgen jedoch zeigte sich der Himmel wieder im gewohnten Grau. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Haufenweise Sterne

Es blieb gestern Abend glücklicherweise klar! Da ich allerdings keine große Lust auf eine größere Feldexpedition hatte, blieb es bei ein paar Bildern aus dem Fenster
Übersicht (30.01.2013; 20:28 Uhr)
Im Übersichtsbild erkennt man deutlich und hell Jupiter. Außerdem sieht man wieder links unterhalb von Jupiter eine Spiegelung in der Fensterscheibe. Links oberhalb sind die Monde Ganymed (nah) und Kallisto zu erkennen, Io und Europa werden überstrahlt. Am unteren Bildrand ist Aldebaran (α Tau [HIP 21421]) zu erkennen, von dort ausgehend V-förmig die Hyaden (Regengestirn). Oben rechts sind die Plejaden zu erahnen. Etwa auf einer Linie zwischen Aldebaran und Jupiter liegt Ain (ε Tau [HIP 20889]). Geht man von dort schräg links nach oben kann man die Position von Vesta gerade noch erahnen.
Plejaden (30.01.2013; 20:30 Uhr)
Hier sieht man deutlich die Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Die Sterne heißen links oben Pleione (28 Tau [HIP 17851]), darunter Atlas (27 Tau [HIP 17847]), rechts daneben Alcyone (η Tau [HIP 17702]), schräg darunter Merope (23 Tau [HIP 17608]), rechts daneben Electra (17 Tau [HIP 17499]), darüber Celaeno (16 Tau [HIP 17489]), links darüber Maia (20 Tau [HIP 17573]), rechts daneben Taygeta (q Tau [HIP 17531]) und darüber dann Asterope (21 Tau [HIP 17579]). Die anderen Sterne gehören größtenteils zum Sternbild Stier.
Hyaden (30.01.2013; 20:40 Uhr)
Hier sieht man die Hyaden, das Herzstück des Sternbilds Stier. Ausgehend von Aldebaran in der oberen Bildmitte kann man eine V hellerer Sterne erkennen, dass schließlich bei Ain endet. Charakteristisch sind die beiden Doppelsterne in der Nähe Aldebarans, links unten σ1 Tau (HIP 21673) und σ2 Tau (HIP 21683), sowie rechts unterhalb θ1 Tau (HIP 20885) und θ2 Tau (HIP 20894). Wenn man weiß, wo man suchen muss, findet man am oberen Bildrand wieder Vesta.
Vesta (30.01.2013; 20:40 Uhr)
Damit man Vesta auch findet, wenn man nicht weiß, wo man suchen muss, hab ich sie im Ausschnitt eingekreist.

Samstag, 5. Januar 2013

Erste Bilder

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2013 war es dann so weit. Die Wolkendecke brach ab und an etwas auf und die Sterne ließen sich halbwegs beobachten. Mit dem Fernglas ging das ganz wunderbar, mit der Kamera hatte ich ein wenig zu kämpfen. Zunächst dauerte es meist zu lange, die Kamera auf einen bestimmten Punkt am Himmel auszurichten und diesen dann vernünftig zu fokussieren. In dieser Zeit schob sich meistens schon die nächste Wolke zwischen Linse und Stern. Als es dann mal eine längere Lücke gab, zeigten die Fotos, dass es durchaus sinnvoll ist, bei einem bis zum Anschlag ausgefahrenen Teleobjektiv den Selbstauslöser zu benutzen. Nachdem ich von dieser Erkenntnis ergriffen wurde, gönnten mir die Wolken keinen weiteren Blick auf die Sterne, weswegen die Bilder ziemlich mies und verwackelt sind.

Jupiter (02.01.2013; 0:13 Uhr)
Der zentrale helle "Stern" ist Jupiter, man sieht ihn in einer Reihe mit vier weiteren "Sternen". Diese sind von links nach rechts: Ganymed, Europa, Kallisto und HIP 20417 A. Der vierte galileische Mond Io befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme direkt vor Jupiter und ist deswegen nicht zu sehen. Das verwaschene Objekt in der Bildmitte ist eine Spiegelung Jupiters in der Fensterscheibe. Oberhalb von Jupiter sind zwei eng beisammen stehende Sterne zu sehen. Es handelt sich dabei um κ1 Tau (HIP 20635) und κ2 Tau (HIP 20641) aus dem Sternbild Stier.

Markant sind noch die vier Sterne rechts von Jupiter. Sie bilden eine Art Blitz. Von oben nach unten sind das 56 Tau (HIP 20186), 51 Tau (HIP 20087), 53 Tau (HIP 20171) und ω Tau (HIP 19990). In der unteren Bildhälfte findet man links der Mitte noch Ain (ε Tau [HIP 20889]). Die lichtschwächeren Objekte sollen hier nicht weiter erläutert werden.

Jupiter im Stier (02.01.2013; 0:16 Uhr)
Auf der zweiten Aufnahme dominieren die Wolken. Nebenbei sieht man deutlich, dass die Aufnahme verwackelt ist. Dargestellt ist der gleiche Himmelsabschnitt wie oben, jedoch mit geringerer Brennweite. Jupiter ist deutlich zu sehen, seine Monde kann man erahnen. Der helle Stern in der linken Bildhälfte Ist Aldebaran (α Tau [HIP 21421]), zudem sieht man die Hyaden.

Im oberen linken Bildteil versteckt sich noch eine kleine Überraschung. Man sieht aus Richtung der Bildecke eine Reihe von Sternen, nämlich von oben links nach unten rechts i Tau (HIP 22565), HIP 22349, dann nah beieinander HIP 22176 und HIP 22161, sowie HIP 21923. Unterhalb des "Doppelsterns" und des letztgenannten sieht man noch einen Lichtpunkt. Das ist kein Stern, sondern (4) Vesta, ein Asteroid aus dem Asteroidenhauptgürtel zwischen Mars und Jupiter.

Durch das Fernglas konnte man die Plejaden deutlich erkennen, für ein Foto waren zu viele Wolken im Weg. Alle Aufnahmen entstanden im Lichtsmog einer Stadt, weswegen ich von einigen Details überrascht war.

Später brach die Wolkendecke ab und zu lange genug auf, um den Mond abzulichten. Hier habe ich seine Helligkeit ziemlich unterschätzt, weswegen ich viele stark überbelichtete Bilder habe. Einzig folgende Aufnahmen sind halbwegs ansprechend und gelungen.

Mond I (02.01.2013; 2:20 Uhr)

Mond II (02.01.2013; 2:21 Uhr)
Zum Schluss habe ich noch ein langzeitbelichtetes Foto aus meinem Fenster aufgenommen. 30 Sekunden um 2:29 Uhr morgens.

02.01.2013; 2:29 Uhr

 Die Wolken sehen zwar ganz nett aus, ohne wäre mir der Abend allerdings lieber gewesen.